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Über kulturSPRÜNGE

Der 2003 in Berlin initiierte Verein kulturSPRÜNGE e.V. ist ein interdisziplinäres Netzwerk an der Schnittstelle von Kunst und Politik. Gegründet von Menschen aus künstlerischen, wissenschaftlichen und politischen Zusammenhängen will kulturSPRÜNGE e.V. die Kunst- und Kulturproduktion von Migrant/innen und Post-Migrant/innen fördern und sichtbar machen, sowie Künstler/innen, politische Aktivist/innen und Akademiker/innen in einen Austausch über die Themen Migration und urbane Kultur bringen.

Künstlerisches Schaffen ist ohne Reflexion und diskursive Auseinandersetzung undenkbar. Um so dringender ist eine Kritik am ethnisch, national und kulturessentialistisch definierten Kunstverständnis. Diskurse und Praktiken der Mehrheitsgesellschaft, die das Schaffen von PostmigrantInnen auf ihre vermeintliche Herkunft reduzieren oder es unter dem Aspekt der Integration soziokulturell zu erklären versuchen, sind eine Form der Ausgrenzung mit langer Tradition. Diese ist nicht nur innerhalb der Mehrheitsgesellschaft anzutreffen, sondern auch in migrantischen Kontexten; Fremdzuschreibungen und Selbstethnifizierung gehen dabei Hand in Hand. Der Ansatz von kulturSPRÜNGE e.V. ist es, in diesen komplizierten Raum einzugreifen, um ihn anders zu definieren und zu gestalten.

Seit 2008 ist kulturSPRÜNGE e.V. Träger zur Umsetzung des Modellprojektes einer inter- und transkulturellen Produktions- und Spielstätte am Ballhaus Naunynstraße.

Nach einem kleinen Umbau wird das Haus am 7. November 2008 mit dem Festival Dogland – Junges postmigrantisches Theater wiedereröffnen. Die neue künstlerische Leiterin Shermin Langhoff tritt mit einem breiten Netzwerk an Künstlern und Künstlerinnen der zweiten und dritten Generation wie Fatih Akın, Mıraz Bezar, Nuran David Calis, Neco Çelik, Ceza, Canan Erek, Nurkan Erpulat, Kadir Memiş, Hakan Savaş Mican, Mehdi Moinzadeh, Idil Üner, Feridun Zaimoğlu u.v.a. an, um im Ballhaus zukünftig postmigrantische Kulturproduktionen in den Mittelpunkt zu rücken. Den Schwerpunkt bilden dabei eigene Theaterproduktionen; daneben gilt das Interesse den neuesten Entwicklungen in Tanz, Film, Musik und Literatur. Projekte zur kulturellen Bildung sowie Kooperationen mit freien Gruppen wie Balkan Black Box (bbb), Conflict Zone Arts Asylum (CZAA), diyalog Theaterfest u.v.a. werden das Programm ergänzen.